Leber- und Energiebedarfs-Rechner für Hunde

Leber- & Energiebedarfs-Rechner
für Hunde

🐕 NRC-Kalorienbasis · Merck-Aktivitätsfaktor
Gezielte Rationsanpassung bei erhöhtem Energie- und Leberbedarf: Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann Muskelprotein abbauen und das Risiko für Fettleber und Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöhen. Berechne hier die passende Futtermenge (nach NRC-Erhaltungsbedarf MER), die Fett- & Proteinziele sowie die Leber- & Ballaststoffbegleitung.
💡 Ernährungsprinzip bei erhöhtem Energie- und Leberbedarf:
• Muskelschutz: Hochverdauliches Protein hält dem Cortisol-bedingten Muskelabbau entgegen.
• Fettarm füttern (< 10–12 % i.Tr.): Bei dauerhaft erhöhtem Cortisolspiegel besteht ein erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen & Pankreatitis.
• Leber-Schutz: Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann die Leber stark belasten (Steroid-Hepatopathie).
Empfohlene Futter-Tagesmenge für deinen Hund:
ca. 640 g Nassfutter / Tag
⚡ Erhaltungsbedarf (Faktor 1,6): ca. 640 kcal / Tag
🌿 Präbio-Mix! Dosis ca. 3,0 g / Tag
🚰 Trinkmengen-Richtwert > 1.500 ml / Tag

Verteile die Tagesmenge von ca. 640 g Nassfutter auf 2–3 Mahlzeiten.
Achte strikt auf leicht verdauliche, magere Proteinquellen (< 10–12 % Fett i.Tr.).

💡 Fett-Gehalt auf der Dose richtig prüfen (i.Tr.) Feuchtfutter besteht zu ca. 80 % aus Wasser. Der Fettgehalt auf der Dosenrückseite wirkt dadurch oft täuschend niedrig!
[ Fett % auf der Dose ] ÷ [ 100 - Feuchtigkeit % ] × 100
👉 Ziel: Das Futter sollte unter 10–12 % Fett i.Tr. liegen. Bei 80 % Feuchtigkeit darf auf der Dose maximal 2,0 bis 2,4 % Rohfett stehen!
🩺 Ergänzende Unterstützung:

🌿 Leber-Dosierhilfe (Mariendistel)

Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel belastet die Leber. Mariendistel (Silymarin) kann das Lebergewebe unterstützen.

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Hintergrundwissen: Erhöhter Cortisolspiegel beim Hund

Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel – wie er beim sogenannten Cushing-Syndrom vorkommt, wenn die Nebennierenrinde dauerhaft zu viel Cortisol produziert (etwa durch ein Hypophysenadenom oder einen Nebennierentumor) – wirkt sich auf den gesamten Stoffwechsel aus. Cortisol ist ein kataboles (abbauendes) Hormon, das Muskel- und Bindegewebe abbaut und den Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Warum führt ein erhöhter Cortisolspiegel zu Hunger und Durst?

Cortisol beeinflusst das Sättigungszentrum im Gehirn und führt zu Polyphagie (Dauerfeilschen nach Futter). Zudem hemmt Cortisol das Antidiuretische Hormon (ADH) in der Niere, sodass massive Wassermengen ausgeschieden werden (Polyurie), die der Hund durch exzessives Trinken (Polydipsie) auszugleichen versucht.

Welcher Erhaltungsbedarf-Faktor passt zu meinem Hund?

Der Erhaltungsbedarf (MER) berechnet sich aus der Ruheenergie (RER = 70 × kg^0,75 nach NRC 2006), multipliziert mit einem Aktivitäts-/Kastrationsfaktor. Nach dem Merck Veterinary Manual gilt: 1,6 für kastrierte/wenig aktive Hunde (bei älteren, ruhigen Hunden mit verändertem Hormonhaushalt oft der passende Wert), 1,4 für übergewichtsgefährdete Hunde in der Diät-Phase, 1,8 für intakte, sehr aktive Hunde. Bei falscher Wahl (z. B. 1,8 bei einem inaktiven Hund) droht Überfütterung und eine Verschlechterung der Stoffwechsellage.

Wichtiger medizinischer Hinweis

Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel (z. B. bei Morbus Cushing) muss tierärztlich diagnostiziert und medikamentös eingestellt und kontrolliert werden (z. B. mit Trilostan / Vetoryl®). Dieser Rechner kann die Fütterung zu Hause ergänzend erleichtern, ersetzt aber keine tierärztliche Behandlung und ist keine Diagnose- oder Therapieempfehlung.

Quellen dieses Rechners

Kalorienbasis (Ruheenergie): NRC 2006. Aktivitäts-/Kastrationsfaktoren (1,6 / 1,4 / 1,8) für den Erhaltungsbedarf: Merck Veterinary Manual. Fettgrenze (< 10–12 % i.Tr.): tierärztliche Cushing-Diätempfehlung (u. a. PetMD, vet-geprüft). Präbio-Mix!-Dosierung und Wasser-Alarmschwelle: eigene napf it!-Produktempfehlung bzw. allgemeiner veterinärmedizinischer Polydipsie-Richtwert, keine offizielle Einzelvorgabe.